Tango Argentino

2009-01-17

Eleganz und Erotik aus einer anderen Kultur,
einfach der genialste Paartanz der Welt

von Juan Dietrich Lange

www.tangoargentino.de

Der Tango ist zwischen 1865 und 1895 entstanden, ziemlich zeitgleich in Buenos Aires und Montevideo – auf beiden Seiten des Rio de la Plata. In seiner Anfangszeit war er ein einfacher und volksnaher Tanz, der im wesentlichen in den Vorstädten getanzt wurde. Die bürgerliche Oberschicht lehnte ihn anfangs ab und begeisterte sich erst für ihn, als der Tango in Europa Erfolg hatte.

In den 40er Jahren, als Europa im Krieg lag und Argentinien und Uruguay durch Export von Leder, Fleisch und Wolle zu Reichtum und Überfluss gelangt waren, blühten die Tanzpaläste in Montevideo und Buenos Aires. In Buenos Aires gab es zu dieser Zeit rund 600 Orchester und zahlreiche Ballhäuser, in denen die Leute allabendlich tanzten. In dieser Zeit wurden die Tanzschritte so komplex und interessant, dass sich die Grundlagen dieses Tango der 40er Jahre bis heute durchgesetzt haben. Es ist eine elegante, raffinierte und fast perfekte Tangoform.

Der 40er Jahre Tango hat sich aus drei Einflussrichtungen entwickelt: Einmal vom Bühnentanz, weil die Bühnentänzer das tanzende Volk beeinflussten, andererseits von den Lehrern, die das Schrittmaterial durchdachten und die Tanztechnik dazu entwickelten, und drittens von den Tänzern auf der Tanzpiste, die alles das fallen ließen, was schlecht zu tanzen war. Diese Entwicklung dauerte bis zu den 70er Jahren, als der Tango bei den jungen Leuten kein Interesse mehr fand. Erst 1982, als die in politischem Asyl lebenden Argentinier und Uruguayer den Tango in Europa wiederbelebten, bekam er einen neuen Entwicklungsschub.

Der Tango kennt keinen Stillstand, denn er ist eine Volkskunst, in der es keine Prüfungen, Abzeichen oder Standardisierungen gibt. Jeder entwickelt etwas Neues und trägt dazu bei, dass der Tango lebendig bleibt. Ob jemand eine Autorität ist oder nicht, wird von keiner Institution sondern von der großen Gemeinschaft der Tänzer bestimmt, die ihn als "maestro" anerkennt.




Das Wichtigste beim Tango ist die Musik ...
und beim Tanzen zu dieser Musik nimmt der Mann
die Energie der Erde mit seinen Füßen auf,
gibt sie mit seinem Körper dem Körper der Frau weiter,
und die Frau gibt diese Energie mit ihren Füßen der Erde zurück.

Norma Raimondi, Tangolehrerin in Köln
2003 am Beginn meiner ersten Tango-Unterrichtsstunde